zurück zur Übersicht 9.1.2017 - 11:27

Im Interview: Claudia Ziegler, Sport- und Kletterfotografin

Fotografin Claudia Ziegler hat 3 Jahre an einem Fotobuch gearbeitet, für das sie die “jungen Wilden” der internationalen Kletterszene begleitet hat. Entstanden ist ein Buch voller spannender Eindrücke aus dem Privatleben der Profikletter und atemraubender Kletterbilder. Bereits Ende 2015 kam Claudias Buch heraus, hat aber von seiner Aktualität nichts verloren. Wir haben uns mit ihr darüber unterhalten, wie es ist ein solches Projekt auf die Beine zu stellen und wie man sich den Beruf Bergsportfotografin vorstellen kann.

the-young-savages-megos

Hallo Claudia, läuft’s?

Sehr gut!

Wer bist Du und was machst Du eigentlich?

Ich bin Claudia, 37 Jahre alt. Beruflich bin ich Outdoor- und Bergsportfotografin und lebe in Österreich.

Wie zufrieden bist Du mit Deinem neuen Buch “The Young Savages” und was war Dein Ansporn, junge Kletterer zu fotografieren?

Ich bin sehr glücklich was aus dem Buch geworden ist. Das Design des Buches war ein Findungsprozess, genau wie die Auswahl der Bilder. Nach vielem Hin und Her bin ich aber jetzt sehr zufrieden mit dem Endergebnis.

Das Buch ist wirklich schön geworden und wird sicher begeisterte Käufer finden. Kannst Du Dein Buch auch an Leser verkaufen oder siehst Du es eher als Marketinginstrument?

Direkt bei Präsentationen verkauft es sich kaum, aber dafür mache ich das auch nicht. Hier geht es eher darum, dass mein Name hängen bleibt. In Österreich kennt man mich zwar schon sehr gut, aber bereits in West-Österreich oder Deutschland nimmt meine Bekanntheit bei meinen Partnern, also vor allem den Klettern ab. Das hat direkten Einfluss auf meine Bekanntheit bei potentiellen Kunden in der Werbeindustrie, die mit den Sportlern eng zusammenarbeiten.

9783956110337-theyoungsavages

So ein Buch kostet erst einmal richtig viel Geld. Wie hast Du das finanziell gestemmt?

Vor allem mit einem guten Verlag. In meinem Fall hat dieser die Druckkosten übernommen, so dass ich “nur” die Reisekosten und ähnliches übernehmen musste.

Du hast Kletterer aus der ganzen Welt begleitet. Allein das Reisen geht doch ganz schön ins Geld, oder?

Das kommt ganz darauf an. Für mich haben 6-7.000 Euro gereicht. Das liegt aber vor allem daran, dass ich sehr oft bei und mit den Kletteren gelebt habe, damit ich sie rund um die Uhr begleiten konnte. Für die oft intimen und persönlichen Fotos war das Voraussetzung, aber es hat natürlich auch meine Kosten gering gehalten. Zusätzlich habe ich es geschafft, diese Kosten durch Werbeanzeigen wieder auszugleichen.

the-young-savages-climbing-002 the-young-savages-ondra

Werbeanzeigen in einem Fotoband?

Ja. Im Buch gibt es – ganz hinten – 4 Werbeanzeigen. Das ist natürlich nicht üblich, aber diese Entscheidung war ein guter Weg, das ganze Projekt überhaupt finanzieren zu können. Nur dadurch war es möglich, alle Kosten im Vorhinein planen und die Reisen finanzieren zu können.

Am Ende waren dann noch anderthalb Jahre unbezahlte Vorbereitung nötig, um es möglich zu machen, die Protagonisten hintereinander und “am Stück” zu besuchen. Das sparte Kosten, aber anders wäre es auch gar nicht möglich gewesen.

Wieso?

Ganz einfach weil das Buch von jungen Nachwuchskletteren handelt. Diese Athleten immer wieder vereinzelt über mehrere Jahre hinweg zu besuchen und es damit günstiger und weniger kompliziert zu produzieren, hätte gar nicht geklappt, denn in 5 Jahren tut sich in der Szene eine ganze Menge. Übrig blieb nur der Weg, die Sportler hintereinander weg zu begleiten. Da muss man dann auch schon mal in den sauren Apfel beissen und spontan einen sehr teuren Flug nehmen, wenn es anders nicht möglich ist, direkt zur nächsten Klettererin nach Paris zu reisen. Auch schlechtes Wetter sorgte dafür, dass ich zu zwei Athleten erneut reisen musste. Das kostet Geld und ist leider nicht planbar, aber im Regen oder mit Verletzungen klettert es sich nunmal schlecht. Mit sowas muss man aber rechnen. Zum Glück liegt mir aber das Organisieren sehr.

Oben drauf kommen jetzt aber als Wiedergutmachung die Buchverkäufe, oder?

Da kriege ich zwar meine Prozente, aber das ist eher der Zuckerguss oben drauf. Von Büchern wird man einfach nicht reich. So ist es eben.

Das Buch ist also eher als eine Art Portfolio gedacht?

Nein, auf keinen Fall nur das. An erster Stelle wollte ich das Thema gerne umsetzen, weil es mich interessiert hat. Wenn dadurch am Ende mein Name bekannter wird, ist das ein erwünschter Nebeneffekt.

Natürlich besuche ich damit aber auch relevante Outdourmessen wie die “ISPO” oder “Outdoor”. Dort treffen sich die Vertreter aller Firmen, die für mich wichtig sind oder noch als Kunden wichtig werden sollen.

“Manchmal braucht es halt einfach Glück.”

Wie bist Du eigentlich an die Kontakte gekommen? Du hast immerhin die Crème de la Crème der weltweiten, jungen Profikletterer vor die Kamera bekommen. Die meisten dieser jungen, medienaffinen Sportler haben ja selbst genug Sponsoren und professionelle Fotografen oder Filmer an ihrer Seite.

Zum Glück habe ich Adam Ondra in Norwegen kennengelernt. Adam gilt trotz seines Alters von gerade einmal 23 Jahren als einer der besten, wenn nicht der beste, Kletterer weltweit und ich habe von Anfang an gesagt: wenn ich ihn nicht für das Buch begeistern kann, mache ich es gar nicht. Ein Buch über die junge Klettergeneration hätte ohne ihn gar keinen Sinn gemacht.

3-_ZIC60726-_ZIC6736

Shauna Coxsey, die aktuell einen Boulder-Worldcup nach dem anderen gewinnt, war hingegen ursprünglich gar nicht eingeplant. Sie kam nur dadurch in das Buch, dass ein anderer Kletterer aus England abgesagt hatte, mein Flug dorthin jedoch schon gebucht war. Als ich dann mit Matilda Söderlund in Schweden unterwegs war, fragte ich sie ganz nebenbei, ob sie noch eine Nachwuchshoffnung in England kennen würde – sie schlug mir Shauna vor. Eine total naheliegende Wahl. Also habe ich sie ganz einfach angerufen und sie hat sofort ja gesagt. Am Ende wurde Shauna zu einer der strahlendsten Figuren im ganzen Buch und ich bin extrem froh, sie dabei zu haben. Manchmal braucht es halt einfach Glück.

15-_ZIC9312-Bearbeitet

Wie hast Du es geschafft, diese Nähe aufzubauen? Man sieht in dem Buch, wie die Spitzensportler Dich in ihr Privatleben und sogar in ihre Wohnungen und Familien lassen.

Mir fällt es zum Glück sehr leicht, mit Menschen zu “connecten” und mich auf sie einzustellen. Die ständige Nähe von morgens bis abends war ganz klar das Schwierigste an dem ganzen Projekt. Oft war ich eine Woche bei der einen Person, dann 2 Tage zuhause, danach eine Woche mit dem nächsten Kletterer unterwegs, um dann von dort direkt eine Woche bei der dritten Person zu sein. Das ist extrem anstregend, denn nicht nur mein Gegenüber muss sich für ein gutes Ergebnis öffnen sondern auch ich als Fotografin muss mich extrem öffnen. Ansonsten funktioniert es gar nicht.

2-_ZIC0644-Bearbeitet
2-_ZIC9884

Klappte das denn immer?

Meistens ja. Zur Regel wurde für mich, dass die Sportler nach cirka 2 Tagen die Kamera gar nicht mehr wahrgenommen haben. Dabei sind sogar viele Freundschaften entstanden. Am Ende ist das Schwierigste, die richtige Dosis zu finden, wie sehr man jemanden von morgens bis abends mit der Kamera auf den Leib rücken kann. Was ist zu viel, was ist zu nah, was nicht nah genug? Insgesamt ist es aber nur ein einziges mal vorgekommen, dass mir eine Kletterin beim Fotografieren sagte, dass ihr der Moment zu privat sei. Das respektiere ich natürlich.

12-_ZIC1069-Bearbeitet

Zurück zum Business: die Personen in Deinem Buch sind oft auch bei Sportartikel- und Outdoorklamottenherstellern gefragt. War es auch Dein Plan, für diese Hersteller, die ja regelmäßig eigene Shotings in Auftrag geben, zur Person der Wahl zu werden, wenn es darum geht, Kampagnen mit genau diesen Kletterern zu fotografieren? Gerade bei solchen Entscheidungen zählt ja nicht immer “nur” die beste Arbeit oder der beste Kostenvoranschlag sondern auch: welcher Fotograf kann am ehesten mit dem Kletterer X zusammenarbeiten oder versteht sich mit Kletterin Y am besten?

Natürlich war mir völlig klar, dass auch ich dadurch in der Branche bekannterer werde, wenn ich eine ganze Reihe Spitzensportler fotografiere. Aber es ist nicht so, dass ich konkret durch dieses Projekt extra Jobs an Land gezogen habe. Dennoch war es definitiv Ziel, mir einen Namen in der Kletterbranche zu machen. In der Outdoorbranche bin ich inzwischen recht bekannt – bei den Kletterzubehörherstellern leider noch nicht. Da hilft dieses Buch und die Zusammenarbeit mit den Sportlern ganz sicher, hoffe ich.

Wie gut kletterst Du eigentlich selbst?

Ich klettere selbst erst seit 13 Jahren, derzeit bis zum Schwierigkeitsgrad 7a. Oft schlechter. Ganz selten besser. (lacht) Durch die Arbeit an dem Buch kam ich ein Jahr lang selbst kaum dazu.

Das ist nicht schlecht! Wie wichtig ist Dein eigenes Können als Kletterin, wenn Du mit den Profis unterwegs bist?

Gar nicht so sehr. Es gibt zwei Möglichkeiten, um in meine Wunschposition zu kommen: Ich kann entweder den Berg über einen Wanderweg erklimmen und mich dann an der Kletterwand von oben abseilen – das ist aber eher selten der Fall. Viel häufiger hängt mir der Kletterer ein Seil in die Route ein, an dem ich mich dann mit Steigklemmen und einer Art Flaschenzug in die Höhe ziehe.

Teamwork ist also schon extrem wichtig?

Natürlich! Die Sportler wissen um die Wichtigkeit der Bilder und helfen mir, wo sie nur können. Es gibt Tage, wo allen Beteiligten klar ist, dass es heute um die Fotos geht. Da komme ich dann schon dazu, die schönsten Züge einer Kletterroute herauszusuchen und sie den Sportler zwei, drei mal wiederholen zu lassen, bis das Bild perfekt sitzt.

Gerade bei Spitzensportlern ist es aber wiederum so, dass sie nur wenige Versuche am Tag haben, da die Routen so hart sind, dass man gar nicht groß herumspielen kann. Da ist es dann also gar nicht möglich, dass sie für mich Bewegungen extra wiederholen, wenn es ihnen selbst an dem Tag darum geht, eine bestimmte Route zu schaffen und Topleistung zu erbringen.

Richtig schwierige Routen werden daher oft erst tage- oder gar wochenlang hart erarbeitet und erst im Nachhinein kann ich sie dann fotografieren.

Arbeitest Du alleine?

Ja. Aber ohne die Hilfe der Kletterer vor Ort wäre es nicht möglich. Manchmal braucht es schon jemanden, der Equipment mit hoch schleppt, mich sichert oder zum Beispiel im richtigen Moment mein Seil zur Seite zieht, damit ich nicht mitten in der Route des Profis herumhänge, wenn dieser auf mich zukommt. Das erledigen dann oft Kollegen oder Freunde der Kletterer. Diese Aufgabe ist extrem undankbar, denn ein Foto kann gerne mal ein, zwei Stunden dauern – nicht sehr spannend für den, der unten steht und sichert oder anders hilft. Richtige Fotoassistenten habe ich nur bei Werbeshootings am Boden für Outdoorhersteller und ähnliche Kunden dabei.

Claudia Ziegler

Claudia Ziegler

Wo siehst Du Dich und Deine Karriere mit Deinen 36 Jahren aktuell?

Aktuell mag ich meine Arbeit sehr, was ja keine Selbstverständlichkeit ist. Gerade das Buch hat mich sehr nach vorne gebracht, da ich gezwungen war, anders, viel reportagiger, zu fotografieren als bisher.

Du bist extra von Wien in das beschauliche Salzburger Land gezogen, um den Bergen näher zu sein.

Ja, ich wollte gerne beim Aufwachen einen Berg vor der Nase haben. Nicht nur beruflich hat das Vorteile sondern auch für mein eigenes Klettern und Skifahren.

©Sebastian Straub:Edelrid_2

Warst Du eigentlich auch schon früher das Kind, das draußen herumtobte und die Natur liebte?

Nein! (lacht!) Als Kind war ich ein totaler Fernsehhocker. Ich habe “draußen” so sehr gehasst, dass meine Mutter mich regelrecht rausscheuchen musste. Ich bin nicht einmal auf Bäume geklettert! Auch während meiner Ausbildung zur Fotografin war Sportfotografie das allerletzte, was mich interessiert hat.

Für meine Diplomarbeit bin ich dann jedoch 2 Monate auf einem Eisbrecher durch die Arktis gefahren. Auf dem Schiff hatte ich so wenig Bewegung, dass ich danach einen riesigen Bewegungsdrang bekam. Ein Freund nahm mich also mit zum Klettern. Die ersten Versuche waren absolut nicht von Erfolg gekrönt aber mit der Zeit wurde ich besser. Am Ende hat der Klettersport meine gesamte Einstellung zum Leben und auch zu meiner Arbeit verändert.

Wie lange hat es dann noch gedauert, bis Du Deine beiden neuen Leidenschaften, Klettern und Fotografie, verbinden konntest?

Zuerst lag die Kamera erstmal für über zwei Jahre in der Ecke. Ich war ziemlich fertig, überarbeitet und brauchte eine Pause.

Da ich Privates und Berufliches aber noch nie sehr gut trennen konnte, ging es denn doch relativ schnell, bis ich anfing, Kletterer zu fotografieren. Schon 4 Jahre nach meinen ersten Kletterversuchen lernte ich die wirklich starken Sportler kennen und habe die ersten Versuche in der Kletterfotografie gestartet.

Sport- und Kletterfotografie ist ein relativ intimer Teil der Fotoindustrie. Große Teams sind selten und man hängt viel in kleinen Gruppen aufeinander. Du hast bereits erzählt, dass Du zum Fotografieren nicht gut klettern können musst. Aber wie sieht es damit aus, von den Spitzensportlern akzeptiert und respektiert zu werden?

Gerade die richtig guten Kletterer erwarten gar nicht, dass man selbst gut klettern kann. Dennoch feuern sie einen an, wenn man zwischendurch einmal selbst an die Wand geht. Grundsätzlich gilt: je besser die Sportler sind, desto einfacher ist es, mit Ihnen zu arbeiten und umso offener und netter sind sie. Das Fotografieren aus meiner “Schaukel” am Seil heraus fordert jedoch permanente Körperspannung. Danach bin ich meist so erledigt, dass ich selbst gar nicht mehr klettern kann.

Ich fotografiere aber auch andere Bereiche wie Slacklinen, Paragliding etc. Es ist unmöglich, das alles zu beherrschen, aber ein gewisses Grundwissen ist wichtig, um z.B. einschätzen zu können, an welcher Stelle eines Ski-Schwungs das Foto perfekt sitzt und welche Bewegung und Einstellung Sinn macht. Auch bei der Kletterfotografie fällt es Nicht-Kletterern schwerer mit der Höhe und dem Material umzugehen und zu erkennen, welche Bewegung spannend ist. Eine Paragliding-Ausbildung habe ich auch angefangen, aber nicht fertig gemacht. Da reicht es, bei einem Tandempartner mitzufliegen.

Wie real ist die romantische Vorstellung vom gemeinsam Abhängen und Zelten mit den Profis am Berg während einer mehrtägigen Tour oder eines Shootings?

Das passiert zwar nicht immer, aber regelmäßig. Nach einem erfolgreichen Tag wird gerne gemeinsam gekocht oder auch mal ein Bierchen getrunken.

Sind solche Momente wichtig für Deine Arbeit?

Soziale Bindungen sind sehr wichtig! Aber das ist dennoch nichts, was man planen kann oder sich gezielt vornimmt. Wenn ich Kunden auf Messen treffe, ist das Knüpfen sozialer Kontakte quasi Pflicht und Arbeit. Beim Klettern und der Arbeit mit den Athleten gehört es aber einfach völlig selbstverständlich dazu, es ist Teil des Lifestyles.

Bei den meisten Kletter-Produktionen ist nicht einmal ein Art Director oder Art Buyer mit uns unterwegs. Wir sind meist ziemlich autark. Bei Katalogproduktionen hingegen ist es nicht anders als bei jeder anderen Werbeproduktion – und das ist auch gut so.

Was schleppst Du als Fotografin alles den Berg hoch?

Ich fotografiere mit einer Nikon D4 und habe meist 3 Wechselobjektive von 14 bis 200mm dabei. Wichtig ist ein guter Fotorucksack, in dem man in der Höhe gut arbeiten kann, um Linsen zu wechseln. Natürlich gehören beim Fotografieren in der Wand auch ein Statikseil, meine “Schaukel” zum Sitzen, Sicherungsgeräte, Klettergurt, Karabiner, Helm, Expressschlingen und diverses, anderes Kletterequipment mit dazu. Studiolicht nehme ich eigentlich nur mit, wenn ich Boulderer fotografiere. (Anmerkung: Bouldern ist das Klettern in Absprunghöhe, meist an herumliegenden Felsbrocken oder in kleineren Felswänden.)

3-_ZIC9227

Bemerkst Du anhand Deiner Auftragslage, dass das Klettern in Hallen gerade im flachen Land immer mehr zur Trendsportart wird?

Nein. Ein großer Teil der Hallenkletterer fasst ja leider niemals echten Fels an.

Was willst Du als Sportfotografin noch erreichen?

Ich bin sehr, sehr zufrieden mit meinem Leben, wie es gerade läuft. Eigentlch möchte ich nur noch mehr reisen und klettern. Ich möchte es schaffe, meinen Kundenstamm stetig auszuweiten und dennoch Freizeit zu haben. Gerade während der Arbeit an meinem Buch gab es quasi kein Privatleben mehr. Das war zwar auch super und gut so, aber aktuell lasse ich die Kamera oft bewusst zuhause, wenn ich wegfahre.

Glaubst Du, Du hast es “geschafft”?

Ich glaube, dieses Gefühl hat man eh nie und ich werde es sicher auch nie haben. Sobald Du das Gefühl hast, es geschafft zu haben, geht es bergab. Ich muss mir aber keine finanziellen Sorgen mehr machen und kann ganz normal von meiner Arbeit leben, so wie andere, festangestellte Freunde es auch können. Das reicht mir völlig. Insofern habe ich es dann doch geschafft.

Da draußen gibt es aber auch so viele gute Kollegen, die tolle Arbeit machen. Das spornt mich immer wieder an, rauszugehen und weiterzumachen. Es ist also noch viel Luft nach oben!

Was ist eigentlich Dein Erfolgsrezept?

Ich habe nie aufgegeben. Viele meiner früheren Kollegen in einer Agentur haben mir davon abgeraten, mit der Kletterfotografie jemals Geld verdienen zu wollen. Die waren mehr als nur skeptisch. Ich habe das aber immer gewollt und ein Ziel vor Augen gehabt, welches ich verfolgt habe. Ich habe dafür gekämpft, dass es was wird. In der Fashion- oder Portraitfotografie hätte das ganz sicher nie geklappt.

Es stimmt also die alte Legende vom “Hobby zum Beruf machen”, um erfolgreich zu sein?

Genau!

Wie geht es für Dich in Zukunft weiter?

Im April wird erst einmal durchproduziert. Frühling und Herbst sind bei mir Hauptsaison und den Rest des Jahres kann ich es ruhiger angehen lassen. Ich plane derzeit eine Reise in die Mongolei, natürlich verbunden mit der Kletterei. In diesem Sommer werde ich eine erste Recherchereise starten, um dann im folgenden Jahr eine größere Reise mit tollen Athleten und Sponsoren auf die Beine zu stellen. Die Mongolei ist kletter- und bouldertechnisch noch relativ unerschlossen und ich freue mich sehr darauf.

Dein nächstes Buch also?

Wir werden sehen!

Claudia, vielen Dank für das Gespräch!

Den Bildband “The Young Savages” könnt ihr überall im Buchhandel und natürlich auch direkt im Online-Shop des Panico Alpinverlages erwerben. Claudias Website findet ihr unter claudiaziegler.com und ihre tägliche Arbeit könnt ihr auch auf Facebook und auf ihrem instagram-Kanal verfolgen.

Über PicDrop

PicDrop ist der schnellste und schönste Weg, um Bilder an Kunden zu senden.
Einfach kostenlos testen auf www.picdrop.de.

Comments are closed.