zurück zur Übersicht 17.2.2016 - 12:30

Ein paar Fragen an… Foodfotograf Manuel Krug

Manuel Krug, 51 Jahre alt, arbeitet von Berlin aus als Fotograf. Sein Studio in der Rummelsburger Bucht war früher Ausgangspunkt für Portrait- und Werbeproduktionen. Heute i(s)st er viel lieber in den Restaurants dieser Welt – als Foodfotograf. Seine Website findet ihr unter www.manuelkrug.com

Hallo Manuel. Läufts?

Diese Frage beantwortet doch niemand ernsthaft mit “Nein”, oder? Es läuft natürlich super… Läuft aber wirklich ziemlich gut, seit ich meinen Schwerpunkt auf Food-Photographie gelegt habe.

Wo Du es direkt erwähnst: Früher hattest Du Menschen vor der Kamera, heute hauptsächlich Essen – wie kommts?

Als ich mit 16 anfing, mich intensiver mit Fotografie auseinanderzusetzen, war eines meiner ersten Bilder ein rohes Ei, dass ich mit einem Luftdruckgewehr zerschossen habe. Der Blitz hat die Bewegung eingefroren. Food-Fotografie fand ich immer spannend, war mir aber am Anfang zu technisch und zu künstlich.

Heute kann man Essen so fotografieren, wie es auf den Teller kommt, das ist authentisch und entspricht mehr meinem Ansatz, Essen mit möglichst wenig Inszenierung zu fotografieren.

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Die People-Phase war also eher Wartezeit und Übergang? Ist sie ganz vorbei?

Auf keinen Fall Wartezeit, sondern eine wundervolle und interessante Zeit. Die People Fotografie war 20 Jahre mein Arbeitsschwerpunkt und ich mag es nach wie vor, Menschen vor der Kamera zu haben. Vor etwa 5-6 Jahren kam die Food-Photographie dazu und nimmt mittlerweile einen großen Raum ein. Besonders mag ich daher Aufträge, die beides verbinden, z.B. eine Restaurant-Reportage mit Food, Action in der Küche und Portraits vom Koch.

Wieso überhaupt Fotograf?

Die Antwort lautet natürlich Blow Up… (lacht) Nein, nicht wirklich! Ich wollte Fotograf werden, lange bevor ich den Film überhaupt kannte. Im Sommerurlaub bei meiner Tante lag ein Heft über Fotografie auf dem Tisch. Ich glaube, es war eine Beilage der Fernsehzeitschrift. Ich habe es mir angesehen und durchgelesen – und immer wieder durchgelesen. Ich war 14 Jahre alt und seit diesem Moment war mein Interesse für Fotografie geweckt.

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Künstler oder Dienstleister?

Kreativer Handwerker.

Ausbildung, studieren, assistieren oder senkrechtstarten?

Vollkommen egal, was zählt sind deine Bilder und deine Ausstrahlung.

Dickes Werbegeld oder lieber Selbstverwirklichung?

Mach Yoga und die Antwort kommt von allein.

Welt retten durch Fotografie?

Bestimmt nicht. Vielleicht die Welt etwas schöner machen durch Fotografie.

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Studio oder kein Studio?

Ein Studio ist eine Fotowerkstatt. Zu einem KFZ-Mechaniker ohne Werkstatt würde ich mein Auto auch nicht bringen.

Kunden am Set?

… sind manchmal anstrengend, machen aber auch nur ihren Job.

Der Kunde hat immer Recht?

Eigene Ideen dem Kunden so vermitteln, dass er glaubt, selber drauf gekommen zu sein – dann sind alle glücklich.

Wieso bist Du gut in dem, was Du machst?

Ich kann nicht anders. (lacht) ..nein im Ernst, ich versuche alles im Leben so gut wie möglich zu machen, selbst der erste Kaffee am morgen wird da zu einer Zen-Übung an der Espressomaschine.

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Hast Du Vorbilder?

Nicht direkt. Ich versuche eher, mich unabhängig zu entwickeln, als jemandem nachzueifern.

OK, vielleicht anders gefragt: wessen Arbeit findest Du richtig toll?

Ich mag schon die Klassiker, Albert Watson, Richard Avedon, Irving Penn, André Kertéz und so weiter. Deren Bilder habe ich damals aufgesaugt, als ich mich intensiver mit Fotografie auseinandergesetzt habe. Wenn man bedenkt, wie eingeschränkt die technischen Möglichkeiten für diese Fotografen im Vergleich zu heute waren, habe ich großen Respekt und Bewunderung für ihre Arbeiten.

Auf welche 3 Arbeitsmittel könntest Du auf keinen Fall verzichten?

Auf meine Pentax 645Z, mein Macbook mit Lightroom und natürlich gutes Essen.

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Karriere oder Familie?

Ehrlich gesagt, steht sich das schon im Weg.

Beides ist aber Teil meines Lebens und bringt mir wahnsinnig viel Freude. Daher gehört es einfach dazu, beides dann doch irgendwie unter einen Hut zu bekommen.

Am Checkin: Ehrlich sein oder hoffen, dass das Handgepäck einfach nicht gewogen wird?

Das Handgepäck locker über der Schulter hängen lassen, dann fallen die 15KG weniger auf.

Fenster oder Gang?

Fenster, auch wenn es umständlich ist, immer über zwei Passagiere steigen.

Wo kommst Du gerade her, wo geht es als nächstes hin?

Kambodscha…. Salzburg  (wie auch immer das zusammen passt)

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Du willst gerne mal zurück nach…?

… ich will viel eher immer wieder Neues entdecken. Zum Grand Canyon möchte ich aber vielleicht noch ein zweites mal, bei diesem Besuch aber unbedingt runter steigen zum Colorado River. Dafür war beim ersten mal die Zeit zu knapp.

Wo findest Du aktuell gute Fotografie?

Im Netz.

Und die Branche so allgemein?

Sie ist im ständigen Umbruch und es gibt viel Neues, viel Spannendes. Enorme Flexibilität ist gefordert.

Freie Arbeiten?

Ich will lieber meine Jobs so frei machen, dass es persönliche Arbeiten werden.

Und günstig arbeiten, wenn dabei was für die eigene Mappe rauskommt…?

Nein!

Warum nicht? 

Weil auch meine normal bezahlten Jobs für mich persönliche Arbeiten sind, die in die Mappe und auf die Webseite passen. Ich mach ja kein Bild, das mir nicht gefällt oder nicht zu mir passt, weder für viel Geld noch für wenig.

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Hast Du es “geschafft”?

Von Anfang an und ohne nebenher als Taxifahrer oder Kellner zu jobben.

Status quo – zufrieden oder strebst Du noch nach mehr?

Jetzt geht’s erst richtig los!

Das beste Bild Deiner Karriere?

… kommt noch.

Fotoassistenten sind….?

… ein Segen.

Wie lange noch?

Bis mir der Arm abfällt oder ich blind werde.

OK, letzte Frage an den Food-Experten: welche 5 Restaurants darf man in Berlin auf keinen Fall verpassen?

Gloria Empanada, Feedback, Herz&Niere, Goldhorn-Beef-Club und Monsieur Vuong.

Manuel, Danke für Deine Zeit.

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