zurück zur Übersicht 16.9.2015 - 19:01

Interview & Verlosung: Logbook New York

Fakt ist: Ohne Steffen Böttcher und seinen Blogeintrag über Apples mobile.me-Einstellung hätten wir niemals PicDrop gegründet. Steffen war unsere Anregung, es mit PicDrop zu wagen und ist uns bis heute ständig Inspiration und guter Freund geblieben.

Fakt ist auch: Ohne ihn hätte es niemals dieses tolle Buch über New York City gegeben, welches wir euch hier vorstellen und verlosen möchten. Steffen ist vielen von euch sicher als “Stilpirat” und einer der besten deutschen Hochzeitsfotografen bekannt. Da ihm diese Auszeichnung aber schon lange nicht mehr reicht, arbeitet er inzwischen auch als sehr guter Portrait-Fotograf – ganz ohne Hochzeiten. Und weil auch das nicht reicht, wollte Steffen nun noch eine ganze Stadt portraitieren: New York! Wir finden, es ist ihm gelungen.

Die Verlosung

Einen ganzen Monat lang ist Steffen 300 Kilometer durch die Stadt, die niemals schläft, gelaufen, hat tausende Bilder geschossen und am Ende auf 170 Seiten über 160 Fotos in ein sein neuestes, dickes Buch gepackt. Wir verlosen es nun für euch! Achja: oben drauf packen wir noch ein 1 Jahr PicDrop Pro Account im Wert von 179,88 Euro. Den Bildband + Account verlosen wir unter allen, die in den nächsten 7 Tagen auf Facebook schreiben, wieso sie das Buch haben möchten und an welchen Ort sie Steffen am liebsten schicken wollen, um sein nächstes Werk zu gestalten.

Hier geht’s zur Verlosung.

Alle, die bei der Verlosung kein Glück haben oder das “Logbook New York” sofort haben möchten, können es natürlich auch jederzeit unter http://shop.stilpirat.de für nur 59 Euro käuflich erwerben. Es lohnt sich!

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Kaufen! Hier: http://shop.stilpirat.de

Zum Stadt der Buchveröffentlichung haben wir uns mit Steffen getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt.

Steffen, 4 Wochen Rumlaufen, Blasen an den Füßen und New Yorker Wetter – dein aktueller Lieblingsort ist jetzt sicher die Couch, oder?

Nein, auf der Couch rumliegen macht mich wahnsinnig! Ich kann das nicht.

“New York wird überbewertet.”

Du warst vor 25 Jahren schonmal einmal in in der Stadt und wolltest mit diesem neuen Buch Deine Erinnerungen an das damalige New York einfangen. Wie ist Dein neuer, aktueller Eindruck und bist Du noch immer so fasziniert vom “Big Apple” wie damals?

Ja und Nein. Bei meinem ersten Besuch vor 25 Jahren, besuchte ich New York eher aus einem „Fänger im Roggen“- Impuls“, das Buch von J.D. Salinger. Mein Blick auf die Stadt war eine andere. Auch wenn sich New York-Fans jetzt entsetzt abwenden: Ich finde, New York wird überbewertet. Mir ist die Stadt mittlerweile zu teuer und zu touristisch. An jeder Ecke stehen 200 Leute mit ihrem Deppenzepter in der Hand und fotografieren sich selbst für Instagram, um sich anschliessend ins virtuelle Pilgerbuch einzutragen. Der Faszination der Stadt ist die Wirklichkeit gewichen, die von den Touristen auf New York projizierten Attribute in bare Münze umgewandelt. Denn mehr ist es ja im Grunde nicht: Es sind es immer nur die eigenen Träume, die man auf solche Städte projiziert: „New York ­- die Stadt der Möglichkeiten“, „Paris -­ die Stadt der Liebe“, „Hamburg – das Tor zur Welt“… Und dann suchst du die Möglichkeiten in New York, die Liebe in Paris und das Tor zur Welt in Hamburg. Und was bleibt übrig? Ein Bagel nebst Kaffe in Williamsburg für hippe 15$.

Hast Du trotzdem neue Orte finden können, die Dir ans Herz gewachsen sind?

Na klar. Es ist ja nicht so, dass New York ohne visuelle Reize ist. Architektonisch sieht man der Stadt das vorhandene Mindset ja schon an. Und natürlich ist das ansteckend. Die Stadt macht was mit dir. Sie schärft deinen Blick, drückt dir ihr Tempo auf und gibt dir permanent das Gefühl, dass du das kleinste Rädchen im Getriebe bist. New York ist und bleibt unbesiegbar. Alles ist zu groß und zu beeindruckend, um es zu ignorieren… was bleibt, ist der fade Beigeschmack.

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Wie können wir uns die Entstehung eines solchen Werkes vorstellen: Du fliegst nach New York, läufst einfach einen Monat lang zufrieden durch die Straßen und kommst am Ende mit tausenden, guten Bildern nach Hause?

Genau so! ­(lacht)

Nein, natürlich nicht. New York ist „totfotografiert“. Nichts braucht die Welt weniger, als das ich New York zum 20.000 mal abfotografiere. Ich habe auf dem Thema schon ein Jahr „herumgedacht“ und überlegt, ob ich überhaupt irgendwas spannendes über diese Stadt erzählen könnte. Mir kam dann die Idee, meine verschwommenen Erinnerungen an meinen letzten Besuch, ­ im Jahr 1990,­ zu fotografieren. Ich war damals gerade aus dem Osten abgehauen und hatte mir mit allen möglichen Jobs den Flug finanziert. Ich bin dann dort für 17$ in einem YMCA in Manhattan untergekommen und habe die Stadt mit jeder Faser meines Körpers aufgesagt. Sieben Tage bin ich kleiner Ossi durch die Stadt getigert und habe mich treiben lassen… Ich hatte kein Geld, um in Clubs zu gehen oder ähnliches – deshalb beschränkte ich mich auf die Straßen. Das war ja auch schon genug los. Leider habe ich damals kaum Fotos gemacht, deshalb wurde es Zeit, zurückzukehren. Ich habe mich bei meinem jetzigen Besuch dort wieder als jungen Bengel gesehen, mit dem zögerlichen Wissen, alle Möglichkeiten der Welt zu haben… Ich war mit unter sehr melancholisch…

Ein interessanter Ansatz! Dein Lieblingsbild aus dem Buch finden wir auf welcher Seite… ?

Ach, irgendwie hat ja jedes Foto eine eigene Geschichte. Manche sind groß, manche sind klein, manche berühren…. Ich habe eine Menge Lieblingsbilder. Ich mag die Doppelseite 132/133. Es geht um die Einsamkeit der Großstadt, das Verloren sein, um das nach vorn­ und zurückblicken, um Licht und Schatten… Wenn man sich darauf einlässt, finden sich auf vielen Doppelseiten solche Reminiszenzen.

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Apropos Doppelseiten: beim Design des Buches und der Bildauswahl bist Du für Dich neue Wege gegangen und hast jemanden an Deiner Seite gehabt…

Ja, ich habe mir erstmals einen Kurator – den Hamburger Dozenten und Kunstliebhaber René Fehrmann – an die Seite gestellt. Er hat die Auswahl und Anordnung der Fotos für das Buch übernommen. Im Nachhinein muss ich sagen: das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Das Buch hat dadurch extrem gewonnen. Allein die Zusammenstellung der Fotos im Buch würde ich als weiteres kleines Kunstwerk bezeichnen. Es ist ja nicht immer einfach, sich von Fotografien zu lösen, aber René mich einfach mit seiner Arbeit überzeugt.

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Auch wenn Du diese großartige Hilfe hattest: der Rest der Herstellung lag komplett in Deiner Hand, oder? Gibt es keinen Verlag an Deiner Seite?

Die Gestaltung des Buches hat ebenfalls der Kurator übernommen. Die Buch-Idee, die Finanzierung, und der Vertrieb liegt in unserer Hand – d.h. meiner Frau und mir. Wir haben dafür extra einen kleinen Verlag gegründet, der das „Dach“ dieser Idee ist. Momentan stemmen wir also noch alles allein – selbst die Finanzierung. Ich mag ja die Idee von Kickstarter-Kampagnen, aber denke dann wiederum, dass ich von einer Idee so sehr überzeugt sein muss, dass ich das Risiko nicht abwälzen würde. Ich setze mich also auch gern selbst unter Druck. Am Ende kommt ein LKW und lädt 15 Paletten mit Büchern bei dir im Garten ab. Das ist dann der Moment wo das Herz am lautesten schlägt. Psychische Ruhe kehrt bei uns erst dann wieder ein, wenn wir das „Break Even“-Buch verkauft haben, also die ganze Arbeit ab dem Moment auch Gewinn abwirft. Mal sehen, wie lange wir das noch im kleinen Rahmen durchhalten. Aber wenn das Ganze hier weiter so wächst, müssen wir uns wirklich mal Gedanken machen…

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Zuletzt noch eine nerdige Kamerafrage, weil ich weiß, dass Du sie so “magst”…

OK! (lacht)

Die Qualität dieser New York-Bilder ist eine ganz eigene, sie hebt sich von den vielen, üblichen Schüssen ab, die jeder Fotograf in New York schon einmal gemacht hat. Ich weiss, dass Du lange mit Dir gehadert hast, ob Dein große Mittelformatkamera Pentax 645Z der richtige Partner für einen solche Ochsentour und die vielen Kilometer zu Fuß ist. Am Ende hast Du sie natürlich doch mitgenommen und überall hingeschleppt. Die richtige Entscheidung?

Oh ja. Auch diese Entscheidung war ja nicht zufällig sondern ein längerer Prozess mit jeder Menge Tests. Ich war vom ersten Moment, als ich diese Kamera in der Hand hatte, begeistert vom „Schmelz der Farben“ und dem Dynamikumfang des großen Sensors. Und obwohl die 645z eine recht große Kamera ist, wiegt sie nicht viel mehr als eine normale Spiegelreflex­-Kamera. Ein Drittel der Bilder habe ich aber auch mit einer kleinen Ricoh GR gemacht, meiner „Poor­Man’s­-Leica“…

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Du versuchst ja, jedes Jahr ein Buch herauszubringen. Weisst Du schon, wo es Dich als nächstes hin verschlagen wird?

Ich will nicht um des Buches selbst Willen jedes Jahr irgendwas auf den Markt werfen: Bisher ist es so, dass sich einfach immer etwas ergeben hat. Wenn es mal ein Jahr nicht klappen sollte, werde ich auch noch weiterleben können. (lacht) Ich warte im Moment noch auf den zündenden Impuls für das nächste Projekt, verlasse mich aber darauf, dass mich das richtige Projekt schon finden wird.

Danke, Steffen!

Hier kommt ihr zur Verlosung. Wir wünschen viel Glück!

Steffen persönlich erleben:

  • 05. Oktober 2015: Live bei Martin Krolop im Live Stream ab 20.00 Uhr
  • 06. November 2015: Vernissage in Berlin, ab 19.00 Uhr
  • 25. November 2015: Dia-Vortrag in Dresden, ab 19.00 Uhr
  • Ende November: Vernissage im Frankfurter Raum.

Über PicDrop

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